Wolle, das unbekannte Wesen!

Wolle, Handarbeiten, Stricken, Häkeln, Do-it-yourself:  In vielen Medien werden diese Begriffe zu eine neuen Trend hochstilisiert, der doch eigentlich nie wirklich in der Versenkung verschwunden war, mal mehr oder weniger präsent, aber nie tot. Vielleicht hat der ein oder andere diese Möglichkeit des kreativen Auslebens für sich nicht realisiert, konnte sich damit nicht identifizieren, hat aber durch die steigende Präsenz in den einschlägigen Zeitschriften oder im Fernsehen diese zumindest wahrgenommen.

Wenn man den Duden nach der Definition des Wortes „Wolle“ konsultiert, so wird man Folgendes finden: (besonders von Schafen) durch Scheren o.Ä. des Haars gewonnenes natürliches Produkt, das zu Garn versponnen wird.

Wissenschaftlich fundiert erklärt, klar und präzise, alles gut, der Wollinteressierte ist informiert.

So weit, so schlecht.

Ganz wesentliche und elementare Eigenschaften dieses Naturproduktes werden dabei einfach verschwiegen, gehen nicht einmal ansatzweise in die Betrachtungsweise ein. Vielleicht wurden sie vergessen, sind nicht wissenschaftlich genug, oder noch viel schlimmer: sie wurden schlichtweg nicht gesehen.

Nähern wir uns dem Produkt „Wolle“ aus einer ganz anderen Sichtweise, die so gar nichts mit der wissenschaftlichen Herangehensweise zu tun hat.

Wolle als Philosophie!

Wolle ist nicht nur ein Produkt, es kann zur Philosophie werden, wenn man sich auf das Material einlässt und es zu spüren vermag. Dann nämlich, wenn ein Knäuel Wolle nicht als das erscheint, was es eigentlich ist: ein manchmal mehrere hundert Meter langer Faden, bisweilen bunt oder uni, dick oder dünn, flauschig oder nicht, sondern die Option zu Einmaligem, zur Erschaffung eines individuellen Unikates. Sehr hochtrabend, vielleicht schon pathetisch, aber ganz real, sogar realistisch. Ob man sich nun an die im Handel in so mannigfaltiger Art und Weise vorhandene und einschlägige Literatur hält und diese Modelle akkurat nacharbeitet oder andere Inspirationsquellen, wie die eigene Phantasie bemüht, im Endeffekt ist das Ergebnis entscheidend, d.h. der Stolz und die Zufriedenheit mit der eigenen Leistung.

Wolle als Inspiration! 

Wie kann ein langer Strang gesponnenes Garn die Frau, den Mann inspirieren? Und vor allen Dingen: zu was? Die Inspiration kann hin zum Außergewöhnlichen gehen. Das „Über-den-Tellerrand-schauen“ kann zur Passion werden, das vermeintlich Unmögliche in tragbare und extravagante Mode zu verwandeln, zur Mission. „Dass-sich-Trauen“ wird zur zentralen Antriebsfeder der eigenen Befindlichkeiten.

Dieser kleine Exkurs, die Beschäftigung mit einem vermeintlich so unscheinbaren Knäuel „Wolle“ kann nicht nur den eigenen Horizont erweitern, sondern bis hin zur Meditation führen und genau das möchte ich mit meinem Wollgeschäft erreichen: Spaß an der Kreativität, Entwicklung von Ideen und ihre Umsetzung und ganz wichtig: Freude am Handarbeiten, am sich Austesten, Neues zu entdecken, das Ausprobieren und der Austausch mit anderen „Wollsüchtigen“.

Was-Ihr-Wollt ist ein Laden der etwas anderen Art. Auf über 70m² mit  einer großen Auswahl an Wolle und Effektgarnen, Strickzubehör, Accessoires, extravaganter Designermode soll das Geschäft ein Ort der Begegnung  sein. Ein Wohnzimmer der Kreativität für Strickbegeisterte oder die, die es noch werden wollen.